Zwitschern in Vancouver

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Die Olympischen Spiele sind in der Gegenwart der sozialen Medien angekommen. „Das IOC ermuntert jeden, seine Erfahrungen anderen mitzuteilen – egal, ob über ein Netzwerk oder Fotos. Das gilt auch für die Athleten“, sagte Mark Adams, Kommunikationsdirektor des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Diese Erklärung von Adams war notwendig, weil die amerikanische Skirennfahrerin Lindsey Vonn ihre Fans über die sozialen Netzwerke Twitter und Facebook darüber informiert hatte, dass sie sich wegen der strengen Regeln des IOC erst nach den Spielen von Vancouver wieder melden dürfe.

Dabei hatte Vonn vergessen, die offiziellen IOC-Richtlinien für Blogger zu lesen, in denen die Funktionäre erklären, was die Sportler in ihren Blogs und Netzwerken dürfen – und was eben nicht. So sei es ihnen erlaubt, Einträge über ihre Erfahrungen zu schreiben und Fotos hochzuladen. Allerdings nicht während der Eröffnungs- und der Abschlussfeier, und es dürfen im Hintergrund auch keine Wettkämpfe stattfinden. Über Konkurrenten dürfen die Athleten ebenfalls nicht schreiben. Videos sind komplett verboten, schließlich gehören die Bilder der Spiele den Verwaltern der Spiele.

Für deutsche Athleten scheinen soziale Medien keine große Rolle zu spielen. Die Facebook-Seiten der Skirennläuferin Maria Riesch (rund 1.300 Fans), der Biathletin Magdalena Neuner (rund 4.000 Fans) sowie des Shorttrackers Robert Seifert (162 Fans) sind die Ausnahme. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat zwar auch ein Konto bei Twitter, werde dieses aber in Vancouver „definitiv nicht nutzen“, wie ein DOSB-Sprecher erklärte. Für die Zukunft seien soziale Medien jedoch eine Option.

Das IOC dagegen ist da weiter: Über Twitter werden derzeit zwar rund 8.000 Wissbegierige mit Informationen versorgt, bei Facebook – dem weltweit größten sozialen Netzwerk mit mehr als 400 Millionen angemeldeten Nutzern – sind es immerhin schon mehr als 1,2 Millionen.

Amerikanische und kanadische Sportler und Mannschaften sind zudem deutlich aktiver im Internet als ihre deutschen Pendants. So folgen dem US-Team knapp 6.000 Fans auf Twitter, der kanadischen Mannschaft immerhin mehr als 2.000. Bob Condron, Mediendirektor des US-Teams, prophezeite: „Das werden die Twitter-Spiele.“ Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gehören für Sportprofis Profile in den verschiedenen sozialen Netzwerken längst zum guten Ton. Schließlich kann man so dem Fan viel näher sein – oder ihm zumindest dieses Gefühl vermitteln.

Dem amerikanischen Snowboarder Shaun White hängen rund 96.000 Fans an den virtuellen Lippen, Vonn folgen auf Twitter und Facebook insgesamt mehr als 60.000 Fans. Und seit Vonn weiß, dass sie während der Spiele von Vancouver doch bloggen darf, schreibt sie wieder regelmäßig: „Dachtet ihr wirklich, dass ihr mich so einfach loswerdet? Ich bin zurück, Baby!“

Foto: VANOC/COVAN

2 Kommentare

  1. Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by Kirchberg: Habe gebloggt: #Vancouver und die sozialen Medien http://j.mp/9QRaUQ #Olympics #Vancouver2010 #Van2010…

  2. [...] Vancouver die erste, kaum bemerkte Änderung: Nun hieß es, Athleten sollten nicht während ihrer eigenen Wettbewerbe berichten – doch ein [...]

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