Fotoausstellung für Robert Enke

Nach zweieinhalb Tagen ist es geschafft: Die HAZ-Fotoausstellung in Gedenken an Robert Enke steht hängt. HAZ-Fotochef Michael Thomas hat zusammen mit Sportfotograf Ulrich zur Nieden mehr als 100 Fotos ausgesucht, die die Karriere von Robert Enke als Torwart von Hannover 96 nachzeichnen. Ich durfte ein wenig bei der Hängung helfen.
Es war für mich eine willkommene Abwechslung, zumal ich mal Fotojournalismus studiert habe. Ich fand es spannend, denn man kann sehr gut die sich verändernde Bildästhetik der Sportfotografie nachvollziehen. Und auch die technischen Fortschritte lassen sich anhand der Fotos gut ablesen. Was 2004 noch state of the art der digitalen Fotografie war, wird heute, fünf Jahre später, in Sachen Auflösung und Rauschverhalten bei höhrerer Empfindlichkeit von jeder besseren Digiratsche geschlagen.

Neben zwei Ausstellungsbauern der kestnergesellschaft und mir half auch Michael Dick bei der Hängung. Dick ist freier Journalist und absolviert derzeit ein Praktikum bei der HAZ. Er als bekennende Rothose hatte übrigens kein Problem, beim Aufbau einer Ausstellung für einen 96-Spieler zu helfen. HSV ist eben HSV.

Nach rund drei Stunden hingen die mehr als 100 Bilder. Eine echte Enke-Bilderflut, aber eine, die abwechslungsreich ist. Neben Fotos, auf denen der Keeper hochkonzentriert den Strafraum beherrscht und im Luftkampf den Bayern das Fürchten lehrt, gibt es auch die Bilder des nachdenklichen Enke, der auf dem Trainingsplatz in einem ruhigen Moment in sich versunken auf den Rasen starrt.
Aber es gibt auch viele Bilder, auf denen man Enke den Spaß ansieht, den er beim Fußball hatte. Er lacht aus vollem Herzen und genießt. Wir dürfen nicht vergessen, dass Enke an einer Krankheit litt, die ihn letztlich in den Suizid trieb. Aber er war eben nicht immer depressiv. Er erlebte Tiefen und Höhen. Da ich ihn nicht persönlich gekannt und immer nur als kämpferischen, fairen und freundlichen Menschen erlebt habe, werde ich nicht in jedes Bild, auf dem er nachdenklich und in sich gekehrt scheint, irgendeine Vermutung reininterpretieren.
Am Samstag Mittag wurde nun die Ausstellung eröffnet. Zu sehen gibt es viele Bilder des Sportlers Enke, aber auch einige Bilder des Privatmanns Enke mit seiner Familie. Gelungene Ausstellung, wie ich finde, auch wenn der gleiche Effekt sicherlich mit weniger Bildern genauso gut erreicht worden wäre. Aber da spricht der ehemalige Fotostudent aus mir. Für die Fans sind es bestimmt nicht genug Fotos.
